Was sind Futtermittelrohstoffe für Anfänger?
Lernen Sie die Futtermittelrohstoffe kennen, die die Grundlage der Tierernährung bilden! Entdecken Sie in diesem Leitfaden die am häufigsten verwendeten Futtermittel und ihre Funktionen, von Energie- und Proteinquellen bis hin zu Raufutter, Vitamin- und Mineralstoffzusätzen.

Was ist ein Futtermittelrohstoff?
**Futtermittelrohstoff** ist jede natürliche oder verarbeitete Substanz mit Nährwert, die bei der Zubereitung von Tierrationen verwendet wird. Diese können pflanzlichen Ursprungs (Getreide, Ölsaatenmehle, Gräser), tierischen Ursprungs (Fischmehl, Fleisch-Knochenmehl - Verwendung in der Türkei eingeschränkt) oder mineralischen/vitaminischen Ursprungs (Salz, Kalkstein, Vormischungen) sein.
Klassifizierung und Funktionen von Futtermittelrohstoffen:
Futtermittelrohstoffe werden im Allgemeinen nach den Hauptnährstoffen gruppiert, die sie enthalten. Jede Gruppe hat eine andere Rolle in der Tierernährung.
- Energiequellen (Getreide und Nebenprodukte):
Futtermittel dieser Gruppe liefern die notwendige Energie für Tiere, um Körperfunktionen aufrechtzuerhalten, zu wachsen und Fleisch, Milch, Eier und Wolle zu produzieren. Sie enthalten in der Regel hohe Mengen an Stärke und/oder Fett.- **Mais:** Die wichtigste und häufigste Energiequelle. Er hat eine hohe Verdaulichkeit. Geeignet für alle Tierarten.
- **Gerste:** Enthält etwas weniger Energie und mehr Ballaststoffe im Vergleich zu Mais. Sie ist schmackhaft und leicht verdaulich. Wird häufig in Rationen für kleine und große Wiederkäuer verwendet.
- **Weizen:** Enthält viel Energie, kann aber bei übermäßigem Gebrauch oder feinem Mahlen Verdauungsprobleme verursachen. Wird im Allgemeinen vorsichtiger verwendet.
- **Hafer:** Enthält mehr Ballaststoffe als andere Getreidesorten. Eine gute Energiequelle für Jungtiere und Zuchttiere.
- **Reiskleie/Razmol:** Ein Nebenprodukt der Reisverarbeitung. Enthält Energie und Ballaststoffe.
- Proteinquellen (Ölsaatenmehle und andere):
Sie liefern die grundlegenden Bausteine für die Bildung von Körpergeweben (Muskeln, Milch, Wolle, Eier), Enzymen und Hormonen. Der Proteinbedarf steigt besonders während der Wachstums-, Laktations- und Fortpflanzungsperioden.- **Sojaextraktionsschrot:** Die wertvollste pflanzliche Proteinquelle. Weit verbreitet in allen Tierrationen aufgrund seines hohen Proteingehalts und seines ausgewogenen Aminosäureprofils.
- **Sonnenblumenextraktionsschrot:** Enthält weniger Protein und mehr Ballaststoffe als Sojaextraktionsschrot. Wird oft in Kombination mit oder als Alternative zu Soja verwendet.
- **Baumwollsamenextraktionsschrot:** Liefert Protein und Energie. Aufgrund seines "Gossypol"-Gehalts sollte jedoch bei der Verwendung Vorsicht geboten sein, insbesondere bei monogastrischen Tieren (Geflügel, Schweine) und jungen Wiederkäuern.
- **Raps-/Canola-Extraktionsschrot:** Eine gute Alternative zu Soja- und Sonnenblumenextraktionsschrot. Hoher Proteingehalt.
- **Maisklebermehl:** Ein proteinreiches Nebenprodukt, das nach der Stärkeproduktion aus Mais gewonnen wird.
- **Getrocknete Destillertrockenrückstände mit Löslichstoffen (DDGS):** Ein Nebenprodukt der Bioethanolproduktion. Reich an Protein und Energie.
- Raufutter (Ballaststoffquellen):
Unverzichtbar, insbesondere für Wiederkäuer (Rinder, kleine Wiederkäuer), für die gesunde Funktion des Verdauungssystems, die Regulierung der Pansenbewegungen und das Sättigungsgefühl. Sie bilden den voluminösen Teil der Ration.- **Trockenes Heu (Luzerne, Wiesenheu, Wicke):** Das grundlegendste Raufutter. Qualitativ hochwertiges Heu liefert auch erhebliche Mengen an Protein, Vitaminen und Mineralstoffen.
- **Stroh (Weizen-, Gersten-, Haferstroh):** Sehr ballaststoffreich, aber arm an Energie und Protein. Wird für die Pansen Gesundheit und das Sättigungsgefühl verwendet.
- **Silage (Mais-Silage, Wicken-Silage):** Erhalten durch Fermentation von Grünfutter in einer anaeroben Umgebung. Bietet hohen Energiegehalt, gute Verdaulichkeit und Schmackhaftigkeit. Sehr verbreitet in der Rinderfütterung.
- Mineral- und Vitaminzusätze (Vormischungen):
Dies sind lebenswichtige Nährstoffe für die Knochenstruktur, das Immunsystem, die Stoffwechselaktivitäten und die allgemeine Gesundheit der Tiere, auch in sehr geringen Mengen. Sie werden normalerweise als spezielle Mischungen (Vormischungen) zu den Rationen hinzugefügt.- **Kalziumquellen:** Kalkstein (Kalziumkarbonat), Eierschalenpulver. Entscheidend für die Knochen-, Milch- und Eierschalenbildung.
- **Phosphorquellen:** Dikalziumphosphat (DCP). Wichtig für die Knochengesundheit und den Stoffwechsel zusammen mit Kalzium.
- **Salz (Natriumchlorid - NaCl):** Notwendig für den Elektrolythaushalt, den Appetit und die Verdauung.
- **Spezielle Vormischungen:** Speziell nach Tierart (Rinder, kleine Wiederkäuer, Geflügel), Alter und Produktionsniveau zubereitete Mischungen, die verschiedene Vitamine (A, D, E, B-Gruppe usw.) und Spurenelemente (Zink, Kupfer, Selen, Jod, Eisen usw.) enthalten.
- Andere Zusätze:
Substanzen, die verwendet werden, um die Verdaulichkeit, Schmackhaftigkeit der Ration zu erhöhen oder bestimmte Gesundheitsprobleme zu verhindern.- **Melasse:** Liefert Energie, erhöht die Schmackhaftigkeit des Futters, reduziert Staub und wird als Bindemittel in Mischfuttermitteln verwendet.
- **Hefekulturen (Probiotika):** Unterstützt die Pansen Gesundheit, verbessert die Verdauung und erhöht die Futterverwertung.
- **Toxinbinder:** Bindet Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) im Futter und verhindert, dass diese den Tieren schaden.
Überlegungen bei der Auswahl von Futtermittelrohstoffen:
- Analyse des Nährwerts: Die Kenntnis der Anteile der Nährstoffe (Protein, Energie, Ballaststoffe usw.) in den Rohstoffen ist sehr wichtig. Diese Informationen werden in der Regel durch Laboranalysen oder zuverlässige Fütterungstabellen gewonnen.
- Qualität und Frische: Achten Sie darauf, dass die Rohstoffe nicht schimmelig, alt, von Insekten befallen oder kontaminiert sind. Futtermittel von schlechter Qualität wirken sich stark negativ auf die Tiergesundheit aus.
- Lagerbedingungen: Lagern Sie Rohstoffe an trockenen, kühlen, belüfteten Orten, fern von Nagetieren.
- Kosteneffizienz: Versuchen Sie, die wirtschaftlichste Kombination zu finden, während die Ernährungsbedürfnisse erfüllt werden. Kompromittieren Sie jedoch niemals die Qualität.
- Tierart und physiologischer Zustand: Denken Sie daran, dass nicht jeder Rohstoff für jede Tierart und jeden physiologischen Zustand geeignet ist. Zum Beispiel unterscheiden sich Geflügelrationen von Wiederkäuerrationen.
- Expertenunterstützung: Insbesondere am Anfang wird Ihnen die Hilfe eines Tierarztes oder eines Tierernährungsspezialisten bei der Auswahl der richtigen Futtermittelrohstoffe und der Erstellung ausgewogener Rationen helfen.
Das Verständnis und die richtige Verwendung von Futtermittelrohstoffen sind grundlegend für eine erfolgreiche und profitable Tierhaltung. Mit diesem Wissen können Sie Schritte unternehmen, um Ihren Tieren die beste Ernährung zu bieten.












