Futteraufbereitung mit Gerstengraupen: Ein Energie- und Geschmackszentrum für Ihre Tiere
Wie bereiten Sie ausgewogene und energiereiche Rationen für Ihre Tiere mit Gerstengraupen zu? Schritt-für-Schritt-Anleitung, Qualitätskontrolle und Tipps zur richtigen Anwendung.

Futteraufbereitung mit Gerstengraupen: Ein Energie- und Geschmackszentrum für Ihre Tiere
In der Tierernährung ist Energie ein unverzichtbarer Bestandteil für Produktivität und Gesundheit. Unter den Getreidesorten nimmt **Gerstengraupen** aufgrund ihres hohen Energiegehalts, ihrer Verdaulichkeit und Schmackhaftigkeit eine wichtige Stellung ein, insbesondere bei Wiederkäuern. Gerstengraupen werden durch Zerkleinern oder Flocken des Korns gewonnen, um die Verdauung zu erleichtern. Wie integrieren Sie also Gerstengraupen in Ihre Rationen und worauf sollten Sie achten? Hier ist eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung!
Warum sind Gerstengraupen so wichtig?
Die Hauptgründe, warum Gerstengraupen in der Tierernährung weit verbreitet sind, sind:
- Hohe Energiequelle: Gerste ist eine konzentrierte Energiequelle für Tiere, insbesondere aufgrund ihres Stärke- und verdaulichen Fasergehalts. Dies ist entscheidend für die Milchleistung, Gewichtszunahme und allgemeine Vitalität.
- Hohe Verdaulichkeit: Der Walzprozess bricht die äußere Hülle des Gerstenkorns auf, wodurch die innere Stärke für Verdauungsenzyme besser zugänglich wird. Das bedeutet, dass das Tier mehr vom Futter profitiert.
- Schmackhaftigkeit: Es ist ein Futter, das von den Tieren gerne aufgenommen wird, was die Futteraufnahme erhöht.
- Pansen Gesundheit: Ihre Stärke fermentiert langsamer als die von Mais, was zu einem ausgeglicheneren Pansen-pH-Wert beitragen kann und das Risiko von Azidose reduziert.
- Preisvorteil: Je nach Region kann es eine kostengünstigere Energiequelle im Vergleich zu Mais sein.
Schritte zur Rationsbereitung mit Gerstengraupen
Um eine ausgewogene und effiziente Ration mit Gerstengraupen zu erstellen, befolgen Sie sorgfältig diese Schritte:
1. Schritt: Ermitteln Sie den Bedarf Ihres Tieres
Wie bei jedem Rationsbereitungsprozess ermitteln Sie zunächst den **Nährstoffbedarf** des Tieres, das Sie füttern werden (Milchkühe, Mastkälber, Lämmer, Schafe usw.) entsprechend seiner Art, seines Alters, seines Gewichts und seines physiologischen Zustands. Zum Beispiel:
- Milchkühe: Der Energie- und Proteinbedarf variiert je nach Milchleistungsniveau.
- Mastkälber: Hohe Energie- und Proteinmengen sind für eine schnelle Lebendgewichtszunahme erforderlich.
- Lämmer und Zicklein: Es sollte ein Energie- und Proteinverhältnis ermittelt werden, das spezifisch für die Wachstumsphase ist.
Nachdem Sie diese Informationen mit Hilfe eines Ernährungsberaters oder zuverlässiger Futtertabellen ermittelt haben, notieren Sie die täglichen Mengen an **Trockenmasse (TM)**, **Rohprotein (RP)**, **umsetzbarer Energie (UE)** und **Mineralstoffen/Vitaminen**, die das Tier benötigt.
2. Schritt: Identifizieren Sie Ihre Futtermittel und ermitteln Sie deren Qualität
Es ist entscheidend, die Nährwerte von **Gerstengraupen** und allen anderen Raufutter-/Kraftfuttermitteln zu kennen, die Sie in Ihrer Ration verwenden werden.
- Qualität der Gerstengraupen: Der Feuchtigkeitsgehalt, die Sauberkeit und die Walzqualität der Gerstenflocken sind wichtig. Vermeiden Sie die Verwendung von schimmeligen oder feuchten Gerstengraupen. Regelmäßige Futteranalysen ermöglichen es Ihnen, die genauen Nährwerte Ihrer Gerste zu kennen.
- Andere Raufutter: Berücksichtigen Sie die Qualität und Nährwerte von Raufuttermitteln wie Luzerne, Grassilage, Maissilage oder Stroh.
- Proteinquellen: Während Gerstengraupen eine gute Energiequelle sind, ist ihr Proteingehalt normalerweise unzureichend. Daher benötigen Sie Proteinquellen wie Sojamehl oder Sonnenblumenkerne.
3. Schritt: Berechnen Sie die Rationsverhältnisse
Sobald der Bedarf des Tieres und die Nährwerte der Futtermittel ermittelt sind, berechnen Sie, wie viel von jedem Futter verabreicht werden soll. Bei der Einarbeitung von Gerstengraupen in die Ration ist Folgendes zu beachten:
- Bestimmung des Anteils: Gerstengraupen machen einen bestimmten Prozentsatz der gesamten Trockenmasse der Ration aus. Dieser Anteil variiert je nach Tierart, Alter und Produktionsziel. Zum Beispiel können höhere Anteile (30-50 %) bei Mastvieh verwendet werden, während bei Milchkühen ausgewogenere Anteile (20-40 %) zur Erhaltung der Pansen Gesundheit verwendet werden können.
- Energie- und Proteinbalance: Ergänzen Sie Proteinquellen, um den hohen Energiegehalt von Gerstengraupen auszugleichen.
- Faserbedarf: Da Gerstengraupen ein energiereiches Futter sind, ist es wichtig, ausreichend faseriges Raufutter in der Ration für die Pansen Gesundheit zu belassen.
- Mineral- und Vitaminergänzung: Gerstengraupen und andere Grundfuttermittel decken nicht den gesamten Mineral- und Vitaminbedarf des Tieres. Daher müssen Mineral- und Vitaminvormischungen, die für das Alter und das Produktionsniveau des Tieres geeignet sind, zur Ration hinzugefügt werden.
- Übergangszeit: Wenn Sie Gerstengraupen neu in die Ration aufnehmen oder deren Menge erhöhen, tun Sie dies schrittweise über mehrere Tage, um dem Verdauungssystem der Tiere Zeit zur Anpassung zu geben.
4. Schritt: Mischen und Präsentieren Sie die Ration
Nachdem Sie Ihre Berechnungen durchgeführt haben, mischen Sie die Futtermittel homogen und präsentieren Sie sie Ihren Tieren:
- Mischen: Während das manuelle Mischen bei kleinen Herden möglich ist, ist die Verwendung eines Futtermischwagens für große Herden am besten. Ein Futtermischwagen sorgt für eine gleichmäßige Verteilung aller Futtermittel, einschließlich der Gerstengraupen.
- Fütterungsfrequenz: Die Aufteilung der Tagesration auf mehrere Mahlzeiten reduziert die Belastung des Verdauungssystems der Tiere und ermöglicht eine bessere Verwertung des Futters.
- Wasserversorgung: Stellen Sie sicher, dass die Tiere jederzeit freien Zugang zu sauberem und frischem Wasser haben. Wasser ist für Verdauung und Stoffwechsel unerlässlich.
- Futtertrog-Hygiene: Regelmäßiges Reinigen der Futtertröge erhält die Futterqualität und reduziert das Krankheitsrisiko.
5. Schritt: Beobachten und Anpassen
Nachdem Sie Ihren Tieren die Ration verabreicht haben, beobachten Sie deren Reaktionen genau:
- Futteraufnahme: Nehmen die Tiere das Futter mit Appetit auf? Bleiben Futterreste zurück?
- Körperzustand: Nehmen die Tiere wie erwartet an Gewicht zu oder produzieren sie Milch? Gibt es übermäßigen Gewichtsverlust oder -zunahme?
- Kotbeschaffenheit: Ist die Kotbeschaffenheit normal? Gibt es Verdauungsprobleme wie Durchfall oder Verstopfung?
- Allgemeine Gesundheit und Verhalten: Wie ist der allgemeine Gesundheitszustand, die Vitalität und das Verhalten der Tiere?
Als Ergebnis dieser Beobachtungen müssen Sie möglicherweise Anpassungen an der Ration vornehmen. Wenn beispielsweise Durchfall auftritt, kann die Menge der Gerstengraupen reduziert oder der Anteil an faserigem Futter erhöht werden. Wenn die Produktivität nicht steigt, können die Energie- oder Proteinergänzung neu bewertet werden.
Praktische Tipps zur Verwendung von Gerstengraupen
- Walzqualität: Achten Sie darauf, das Gerstenkorn nicht zu feinem Mehl zu mahlen. Zu feines Mahlen kann das Risiko einer Pansenazidose erhöhen. Ideal ist es, das Korn zu spalten und die Stärke freizulegen.
- Lagerung: Gerstengraupen sollten an kühlen, trockenen Orten, fern von Feuchtigkeit gelagert werden. Bevorzugen Sie gut belüftete Bereiche, um Schimmelbildung zu verhindern.
- Übergangszeit: Wie bei jeder neuen Futterquelle, wenn Sie Gerstengraupen zum ersten Mal in die Ration aufnehmen oder deren Menge erheblich ändern, führen Sie eine schrittweise Umstellung durch, damit sich das Verdauungssystem der Tiere anpassen kann.
- Fachberatung: Bei größeren Betrieben oder wenn Sie wenig Erfahrung mit Rationen haben, ist die professionelle Hilfe eines Tierarztes oder eines Futterexperten der geeignetste Ansatz für die Tiergesundheit und die wirtschaftliche Effizienz.
Gerstengraupen können, wenn sie richtig eingesetzt werden, eine starke Energiequelle in der Ernährung Ihrer Tiere sein. Indem Sie die Schritte in dieser Anleitung befolgen und Ihre Tiere sorgfältig beobachten, können Sie die am besten geeignete und effizienteste Ration für sie zubereiten.












